Kompass statt Rotstift: Moderne Beurteilungs- und Feedbackstrategien in der Ausbildung
Shownotes
Beurteilen als Entwicklungssteuerung: Warum die Haltung „Kompass statt Rotstift“ den Unterschied macht
. Der Werkzeugkasten für die Beurteilung: Systematische Beobachtungsbögen und Skalen
. Arbeitsproben und Skilltests unter sicheren Bedingungen
. Der Abgleich von Selbst- und Fremdeinschätzung im Gespräch
. Optionale Einblicke durch 360° Feedback
. Konkrete Kriterien statt Bauchgefühl: Wie man Anforderungen (z. B. bei der Dokumentation) messbar und
objektiv formuliert
. Leitfaden für das Feedbackgespräch: Rückblick auf Ziele und das Berichtsheft
. Erfolge feiern und positives Feedback als Justierung nutzen
. Entwicklungsfelder benennen und gemeinsame Maßnahmen planen
. Neue, motivierende Ziele festlegen
. Hürden überwinden: Mit offenen Fragen Blockaden lösen („Wie würdest du es beim nächsten Mal
angehen?“)
. Unterstützung bei Lernschwierigkeiten, Prüfungsangst oder privaten Problemen (z. B. IHK-Angebote oder
ausbildungsbegleitende Hilfen)
. Ausblick: In der nächsten Folge widmen wir uns den typischen Beurteilungsfehlern wie dem
Sympathiebonus
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00:00:00: Wir kommen bei Meister und Fachwirte Spezial.
00:00:02: Heute mit einem neuen Thema, denn es ist so wichtig das Beurteil nicht heißt abstrafen sondern Entwicklungssteuern.
00:00:10: Also eher Kompass als Rotstift?
00:00:12: Genau!
00:00:13: Eine gute Beurteilung zeigt Richtung und Perspektiven.
00:00:17: Sie soll Menschen wachsen lassen, nicht blockieren.
00:00:20: Was nutzt du für deine Beurteilungen?
00:00:21: Ich arbeite mit einem Mix aus verschiedenen Instrumenten.
00:00:25: Da ist zum einen der Beobachtungsbogen auf dem ich systematisch Kriterien festhalte Mit Skalen und Platz für kurze Notizen.
00:00:33: So sehe auch im Nachhinein was mir am Alltag aufgefallen ist.
00:00:37: Dann gibt es die Arbeitsprobe oder den Skilltest.
00:00:40: Das sind praktische Aufgaben unter sicheren Bedingungen, da zeigt sich was jemand wirklich kann ohne gleich Druck zu erzeugen!
00:00:48: Ein ganz zentrales Instrument ist das Gespräch, in dem man die Selbsteinschätzung der Mitarbeitenden mit der eigenen Fremdeinschätzungen abgleicht.
00:00:56: Da kommen oft spannende Sichtweisen ans Licht und wenn der Betrieb es lebt nutze ich manchmal auch ein dreihundertsechzig Grad Feedback.
00:01:04: Das liefert ein rundes Bild weil Kolleginnen Vorgesetzte und manchmal auch Kundinnen Rückmeldung geben.
00:01:10: Klingt nach viel Aufwand!
00:01:11: Ist es beim ersten Mal auch Aber beim nächsten Durchlauf hast du Vergleichswerte.
00:01:16: Und dann merkst du schnell, wie viel Sicherheit das bringt!
00:01:20: Und nicht vergessen – so einen Beratungsbogen findest Du auch online und kannst ihn mit Dein Kriterien modifizieren.
00:01:26: Du musst ihn also nicht komplett selbst bauen.
00:01:29: Kannste mir so ein Beurteilungskriterium nennen?
00:01:31: Klar….
00:01:32: Ein Beispiel Der Punkt Dokumentation vollständig ist eigentlich zu grob.
00:01:37: Besser wäre klar festzulegen was vollständisch bedeutet ….
00:01:41: vielleicht so Datum, Charge und Einheiten sind eingetragen.
00:01:46: Abweichungen werden begründet die Einträge sind unterschrieben und versioniert klarer aufgebrochen besser bewertbar
00:01:54: also beurteilbar ist das erst wenn es konkret und messbar ist.
00:01:58: genau sonst bleibt nur das Bauchgefühl und das kann trügerisch sein.
00:02:02: Und bei mehreren Auszubildenden kann man besser einen Vergleichswert erstellen
00:02:07: macht voll Sinn.
00:02:08: Wie würdest du denen ein Feedbackgespräch aufbauen?
00:02:10: Ich starte immer mit einem Rückblick auf die gesetzten Ziele.
00:02:14: Was war vereinbart, was wurde erreicht?
00:02:17: Gerne auch mit dem Berichtshäft – so kann ich das auch gleich in Augenschein nehmen und sehe, was hängen geblieben ist!
00:02:23: Danach sprechen wir über Beispiele also etwas besonders gut lief oder wo Fortschritte zu sehen sind.
00:02:29: Ganz wichtig, auch positives Feedback ist wichtig.
00:02:32: Man trifft sich ja nicht nur um negative Ereignisse zu besprechen sondern um fein zu justieren und Positives zu bestärken.
00:02:40: Dann geht es um Entwicklungsfelder.
00:02:42: Wir benennen gezielt einen Punkt der noch wachsen darf oder Aussichten was wir noch vermitteln wollen und überlegen gemeinsam eine passende Maßnahme dazu.
00:02:51: Im nächsten Schritt wird ein neues Ziel formuliert, das realistisch aber motivierend ist.
00:02:56: Gerne kann man das je nach Lerntempo gemeinsam erarbeiten!
00:03:00: Das schafft Bindung und Vertrauen – was so wichtig ist wenn es um die Zukunft geht.
00:03:05: Und zum Abschluss fasse ich alles zusammen und wir vereinbaren gleich den nächsten Gesprächstermin.
00:03:11: Wenn das etwas routinierter ist, kann auch mal der Auszubildende in seinen eigenen Worten zusammenfassen.
00:03:16: Dann merke ich gleich ob die Ziele sitzen.
00:03:19: Und was machst du wenn jemand blockt oder abwährend reagiert?
00:03:22: Dann greife ich oft zu offenen Fragen.
00:03:25: Statt warum hast Du das so gemacht?
00:03:27: lieber wie würdest Du es beim nächsten Mal angehen?
00:03:30: Das öffne Türen statt Mauern.
00:03:32: Ach, weil ich das letztens auch bei uns hatte.
00:03:35: Es ist wichtig hier auch ein offenes Ohr für Probleme zu haben – denn jeder hat auch mal einen schlechten Tag und falls sich größere Probleme anbahnen kann man früher gegensteuern!
00:03:45: Denn solange es in der Ausbildung glatt läuft sind alle glücklich und zufrieden.
00:03:50: Was aber wenn es mal nicht so läuft wie geplant?
00:03:52: oder der Gedanke an die bevorstehende Zwischen- oder Abschlussprüfung für mehr als Bauchschmerzen sorgt.
00:04:03: Manchmal stehen sprachliche Barrieren, oder private Probleme einer erfolgreichen Berufsausbildung im Wege.
00:04:09: Dann könnte man mit ausbildungsbegleitenden Hilfen helfen – oder Nachhilfe.
00:04:14: Wenn man das in Betrieb nicht zusätzlich leisten kann ist die IHK ein guter Ansprechpartner.
00:04:19: Gemeinsam findet man meistens eine Lösung Und umso früher man ein Problem ausmachen kann, um so früher kann man es lösen.
00:04:27: Wie
00:04:27: wir?
00:04:28: Wir haben gemeinsam durch diese Sendung geführt und das nächste Mal gehen wir auf typische Beurteilungsfehler ein.
00:04:34: Spoiler!
00:04:35: Sympathiebonus-und letzter Eindruck spielen dabei eine größere Rolle als man denkt.
00:04:40: Bis zum nächsten mal bei Meister & Fachwirte Spezial.
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